Monat: März 2016

Wettbewerb schützt den Konsumenten

21.3.2016 / Armin Müller

719 Franken kostet das neueste Objekt der Begierde in der Smartphone-Welt, das Samsung Galaxy S7, das jetzt in die Läden kommt. Rund 10 Millionen Stück will der koreanische Hersteller allein in den ersten drei Monaten verkaufen. 2015 wurden weltweit mehr als 1,4 Milliarden Smartphones verkauft, Samsung hält über 20 Prozent am Boom-Markt.

Das muss ein Bombengeschäft sein – oder nicht? Experten des Analyse-Unternehmens IHS in Colorado haben das Handy auseinandergenommen und nachgerechnet, was die Einzelteile kosten. Die reinen Produktionskosten betragen zwar nur circa 260 Franken. Die teuerste Komponente ist der Prozessor mit 62 Franken. Display und Touchscreen kosten 55, der Speicher 25 und die Kamera 13.70 Franken. Die Montage aller Teile schlägt dann noch mit 5 Franken zu Buche. Nicht eingerechnet sind die Kosten für Entwicklung, Software, Marketing und Vertrieb.

Und dann sieht es plötzlich nicht mehr so toll aus. Im Schnitt macht Samsung nämlich nur gut 23 Franken Gewinn pro Smartphone, wie der Technologie-Blogger Charles Arthur nachgerechnet hat. Zwar dürfte der Gewinn beim Flaggschiff S7 klar höher sein als bei den billigeren Geräten. Das vermutete Bombengeschäft ist es dennoch nicht.

Dass die Geräte immer besser und billiger werden und die Gewinne der Hersteller trotzdem sinken, haben wir dem besten Konsumentenschützer der Welt zu verdanken: dem Wettbewerb. Rund zwei Milliarden Menschen, immer mehr auch in Entwicklungsländern, können sich ein Smartphone leisten und damit auf das Wissen der Welt zugreifen.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der SonntagsZeitung vom 20. März .2016

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