Von Warren Buffett lernen: Jeder Rappen zählt

Warren Buffett hat seine Wette gegen die Hedgefonds gewonnen, und zwar um Längen. 2007 setzte er 1 Million Dollar darauf, dass ein billiger Indexfonds auf den US-Börsenindex S & P 500 über die nächsten zehn Jahre besser rentieren werde als eine Auswahl von Hedgefonds. Nur ein Hedgefonds-Manager hielt dagegen. Der berühmte Investor und Vorsitzende der Investmentgesellschaft Berkshire Hathaway hat recht behalten. Die Hedgefonds-Profis kamen nicht annähernd an die Leistung des Indexfonds heran. Der S & P erzielte in den zehn Jahren von 2008 bis Ende 2017 eine jährliche Rendite von 7,1 Prozent, die Hedgefonds-Auswahl nur 2,1 Prozent.

Wissenschaftler weisen seit langem darauf hin, dass es aktiven Fondsmanagern nur selten gelingt, über längere Zeiträume den Markt zu schlagen. Wegen hoher Kosten schneiden sie in der Regel schlechter ab als passive Fonds und die meist wesentlich günstigeren börsengehandelten Indexfonds ETF. Hedgefonds kassieren oft 2 Prozent Gebühren und 20 Prozent des jährlichen Gewinns, zusätzlich zu den Kosten der einzelnen Fonds. ETF auf den US-Aktienmarkt verlangen dagegen meist weniger als 0,1 Prozent Gebühren.

Dabei geht es nicht so sehr um den Unterschied zwischen aktivem und passivem Investieren – dieser Streit wird endlos weitergehen. Entscheidend ist der Unterschied zwischen teuer und billig. Buffett, selbst ein aktiver Investor, zeigt mit seiner Wette, dass beim Investieren immer auch die Kosten zählen. Die Kostenunterschiede in der Fondswelt sind enorm. Wenn in diesen Tagen die Fondsabschlüsse der Banken in die Briefkästen flattern, sollte man deshalb an Warren Buffett denken. Gerade im heutigen Nullzinsumfeld zählt jeder Rappen, den man bei den Kosten spart.

Dieser Beitrag erschien zuerst in der SonntagsZeitung vom 7. Januar 2017

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